Kritisches

 

Die "Kampfhunde"- problematik (oder die Wahrheit hat viele Gesichter)

Die Kampfhundeproblematik ist wohl die dunkelste und erbärmlichste Seite im Hundewesen. Die aktuellen Ereignisse sollten eine Lehre sein und jeder sollte sich verinnerlichen, was durch Unvernunft und " Un-Zucht" mit dem, der vom Wolf abstammt, passieren kann. Die Verantwortung liegt künftig bei den Züchtern, die statt einseitige Zuchtziele zu verfolgen, sich wieder verstärkt mit dem Wesen des Hundes auseinander setzen müssen. Ebenso liegt die Verantwortung bei den Welpenkäufern, die sich ausreichend aufklären müssen, um nicht das Produkt von zielgerichteten Aggressionszuchten einzukaufen. Die Käufer bestimmen diesen Markt.

 

Man kann ein Pferd zur Tränke führen, aber man kann es nicht zwingen zu trinken.
Man kann einen Menschen an Wissen heranführen, aber man kann ihn nicht zwingen zu denken.
(Terri Shinnanman)

Wir distanzieren uns ausdrücklich von Hundevermehrern, die zielgerichtet agressive Hunde produzieren und ihnen durch schlechteste Aufzuchtbedingungen keine Chance geben, sich psychisch und physisch gesund zu entwickeln!
Wir distanzieren uns genauso von verantwortungslosen Hundehaltern,
die zum Teil stolz auf das agressive Verhalten ihrer Tiere sind,
dieses bewusst verstärken und damit Unfälle provozieren.
Diese Hunde stellen rasseunabhängig ein Gefahrenpotential dar.
Wir distanzieren uns von Menschen, denen die Begriffe des Lebendigen und der Natur ein Fremdwort geworden sind. Von denen, die momentan gedankenlos schreien
"Hunde weg" und damit unseren Kindern und uns etwas wesentliches nehmen wollen:
die Freundschaft zu einer anderen Lebensart, dem Hund.
Manfred und Geronimo
Unser Hundefreund Geronimo (Ronny,
Besitzer Uwe Kieserling).
Ronny ist ein freundlicher und wesensfester Staff.
Diskriminierung hat er nicht verdient!
Geronimo
Wir distanzieren uns von der willkürlichen Auflistung der Hunderassen.
Jeder Hundehalter sollte wissen, dass seine Rasse als nächstes auf der Liste stehen kann. Hätten wir zur Zeit einen dieser Hunde, wohlgemerkt physisch und psychisch gesund, als treuen Gefährten in unserem Familienverband, wären wir in unserem Ehrgefühl tief verletzt und würden uns mit den zur Verfügung stehenden Mitteln wehren. Wir können sehr wohl das Unrecht und das daraus resultierende Leid der verantwortungsvollen Hundehalter und deren diskriminierten Hunde mitempfinden. Der Hund ist das vielseitigste, älteste und geliebteste Haustier des Menschen. Ganz gleich, welche Ungezogenheiten oder abnorme Verhaltensweise ein Hund an den Tag legt, sie sind immer auf das Fehlverhalten oder Nichtwissen seines Herrn zurückzuführen. Die Kampfhundeproblematik und ihre Folgen resultieren aus Fehlern des Menschen (einige Hundevermehrer, einige Hundehalter und einige Politiker und deren hysterischen Aktionismus). Durch die Diskriminierung haben auch gute Züchter, verantwortungsvolle Hundehalter und psychisch und physisch gesunde Hunde zu leiden. Wir empfinden diese Diskriminierung als Unrecht und werden uns weiterhin gegen Rasselisten wehren.
Unseren persönlichen Kommentar möchten wir an dieser Stelle beenden, allerdings folgen Zitate verschiedener Autoren die nachdenklich stimmen.
Eric. H. W. Aldington ( Die Seele des Hundes) Gollwitzer Verlag, Seite 379/380:
Erhalten wir uns dieses, ganz nach unseren Wünschen zu gestaltende, lebensvolle Bündel Fell auf vier Beinen, lernen wir an ihm, der vom Wolf abstammt und uns vertraut und fremd zugleich ist, etwas vom Leben als solchem zu begreifen und das Lieben wieder zu lernen. Lernen wir wieder, Signale zu lesen und unseren so gefügigen Worten zu misstrauen. Denken wir daran, dass der Preis für den so wunderbaren Verstand des Menschen, mit seinen schier unerschöpflichen Möglichkeiten, der Verlust vieler angeborener Verhaltensweisen, auch unseres Sozialverhaltens war. Am Hund können wir verstehen lernen, dass mit dem größer werdenden Gehirn nicht nur der Verlust des "sicheren" Verhaltensinventars, sondern auch das Geschenk unserer Freiheit verbunden ist. Es ist uns (fast) völlig freigestellt, wie wir mit dem, was unveränderlich in Mensch und Tier unter der Oberfläche so ähnlich ist, umgehen wollen. Der Preis dafür übersteigt unser Vorstellungsvermögen und wird daher oft übersehen: Es ist unser Leben, so wie es ist.
Luther Standing Bear:
Die alten Dakota waren weise. Sie wussten, dass das Herz eines Menschen, der sich der Natur entfremdet, hart wird. Sie wussten, dass mangelnde Ehrfurcht vor allem Lebendigen und allem, was da wächst, bald auch die Ehrfurcht vor dem Menschen absterben lässt. Deshalb war der Einfluss der Natur, die den jungen Menschen feinfühlig machte, ein wichtiger Bestandteil ihrer Erziehung.
Irokesen:
Als die Erde mit all ihren Lebewesen erschaffen wurde, war es nicht die Absicht des Schöpfers, dass nur Menschen auf ihr leben sollten. Wir wurden zusammen mit unseren Brüdern und Schwestern in diese Welt gesetzt, mit denen, die vier Beine haben, mit denen, die fliegen und mit denen die schwimmen. All diese Lebewesen, auch die kleinsten Gräser und die größten Bäume, bilden mit uns eine Familie. Wir sind alle Geschwister und gleich an Wert auf dieser Erde.
Indische Geschichte:
Ein Mann will dem Buddha begegnen, aber ist der Buddha nicht längst tot, wie soll man ihn treffen können? Ein anderer, ein Weiser, sagt: Geh auf den Markt, da triffst du ihn. Aber sagt der eine, wie soll ich ihn erkennen? Sehr einfach sagt der andere: Du begegnest ihm in jedem Bettler, in jeder Frau, in jedem Tier. Der erste Hund, der dir in den Weg läuft, das ist ER!
Nikos Kazantzakis:
Gebt acht auf die Tiere, auf die Rinder, auf die Schafe auf die Esel. Glaubt mir, sie haben auch eine Seele, sind auch Menschen, nur dass sie ein Fell tragen und nicht sprechen können, frühere Menschen sind es, gebt ihnen zu essen! Gebt acht auf die Olivenbäume und die Weinfelder, auch sie waren früher Menschen. Aber viel, viel früher, und haben kein Erinnerungsvermögen mehr: Doch der Mensch hat es, und daher ist er Mensch.
Konrad Lorenz:
Der Weg zum Verständnis des Menschen führt genau ebenso über das Verständnis des Tieres, wie ohne Zweifel der Weg zur Entstehung des Menschen über das Tier geführt hat.
Nun möge jeder denken oder auch nicht ! Edith Seibert